Freie Beiträge
EIA Förderprojekt: Integrale Politik mit SIMPOL
SIMPOL, eine integral informierte politische Kampagne, zeigt einen konkreten Weg auf, um das Dilemma der internationalen politischen Lähmung bei globalen Problemen (z.B. Klimawandel) mit demokratischen Mitteln aufzulösen. Bürger nutzen ihre politische Stimme bei Wahlen um Druck auf alle Parteien auszuüben, sich dem globalen Momentum einer simultanen Politik aller Nationen anzuschließen, die letztlich zu bindenden Regulierungen auf globaler Ebene führt, die für alle Nationen von Vorteil sind. Zur Unterstützung der Simpol-Kampagnen in deutschsprachigen Ländern wirbt die EIA um Geld zur Errichtung einer professionellen Webpräsenz. Lesen Sie hier mehr hier mehr über SIMPOL und das EIA-Förderprojekt
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Integrale Politik

"Nur wer die Welt versteht, kann sie verändern"
Integrale Politik ist die Anwendung der integralen Theorie und Praxis auf das Thema Politik. Politik war immer ein (integraler) Bestandteil des Interesses von Menschen die sich um ein Verständnis von Gesamtzusammenhängen bemühen. Auch bei der Arbeit von Ken Wilber geht es um das Wohlergehen aller Menschen und Wesen. Wozu sollte eine Theoriebildung und Verdichtung aller Wissenstraditionen der Menschheit gut sein, wenn nicht (auch) dazu, ein besseres Leben für alle zu erlangen? Doch um dies zu erreichen ist es erst einmal notwendig, genau hinzuschauen und zu erkennen, wie der sich entwickelnde Kosmos gewissermaßen „funktioniert“ – von innen und von außen betrachtet, individuell und kollektiv, auf allen Ebenen und in allen Entwicklungslinien, alle Erfahrungszustände und Lebensarten mit einbeziehend. Erst das, was man genau kennt, so könnte man das Werk Wilbers unter diesem Aspekt vielleicht zusammenfassen, kann man auch erfolgreich entwickeln und verändern.
Beginnend im Jahr 2006 veröffentlicht Ken Wilber auf seiner Homepage KenWilber.com drei Textauszüge aus einer geplanten Buchtrilogie mit dem (Arbeits)Titel The Many Faces of Terrorism.
Auszug 1 vom 29.11.2006 [link]
Auszug 2 vom 1.12.2006 [link]
Auszug 3 vom 24.4.2007 [link]
Eine Zusammenfassung dieser Textauszüge, mit den Grundvorstellungen von Ken Wilber zu einer integralen Politik, lesen sie hier nachfolgend.
Übersicht über die Beiträge zu diesem Thema:
Politik und Demokratie
Politik und Demokratie
aus dem Interview, Frankfurt 2005
(Quelle: IP 1, 2006)
Monika Frühwirth: Im Februar 2005 hatten Sie in einer E-Mail an uns Folgendes geschrieben:
“Zur militärischen Thematik”: Europa hat einen hohen Prozentsatz an Grün, der die weltweite Bedrohung durch Rot maßlos unterschätzt. Amerika hat einen hohen Prozentsatz an Blau, der die weltweite Bedrohung durch Rot maßlos überschätzt. Ich versuche ein integrales Gleichgewicht zwischen beiden zu halten – und ernte dafür auf beiden Seiten abgrundtiefes Misstrauen! Was soll denn ein armer integraler Bursche da bloß tun?”(:-)
Ken Wilber: Was die „militärische Thematik“ betrifft, bleibt einem nichts anderes übrig, als nach eigenen Maßstäben so integral wie möglich zu bleiben. Es geht jedoch um die Frage: Wenn man einen der einflussreichsten Staatsoberhäupter der Welt beraten könnte, zu was würde man ihm raten? Und da wird es sehr schwierig, das richtige Maß zu finden. In Amerika ist das inzwischen unmöglich geworden weil wir, im Grunde genommen, blaue Werte haben, eine bernsteinfarbene, mythische Zugehörigkeit und fundamentalistische Standpunkte. Grob geschätzt vertreten etwa 50% der Amerikaner diese Werte. Die Hälfte von uns ist zutiefst puritanisch und fundamentalistisch eingestellt.
Früher war es so, dass die Fundamentalisten ihre Anhänger nicht in die Wahllokale locken konnten. Aber George Bush hat einen Berater, [Karl] Rove, der so etwas wie ein kleines Genie ist. Rove hat herausgefunden, wie man die fundamentalistischen Kirchen ansprechen muss, um sie zum Wählen zu bewegen. Auf der einen Seite wissen also die Republikaner und Konservativen, wie man die eigenen Leute hinter dem Ofen hervorlockt, damit sie alle wählen gehen; auf der anderen Seite ist die Liberale Partei eine einzige Katastrophe, weil die Liberalen, d.h. die Demokraten in diesem Land sich im Grunde genommen aus Orange, Grün und Rot zusammensetzen. Den Demokraten fallen die prä-konventionellen und die post-konventionellen, und den Konservativen die konventionellen Werteträger zu. Früher, als die Demokraten ganz einfach Orange repräsentierten – die Werte der Aufklärung – und die Konservativen mythische Zugehörigkeit, grundlegend Blau bzw. Bernstein, da fiel es den Liberalen relativ leicht, hin und wieder die Mehrheit der Stimmen für sich zu gewinnen. Als sich jedoch Grün herauszubilden begann (Grün und Orange können sich nicht ausstehen, hassen einander buchstäblich), entstand deshalb ein besonders ungesundes Grün, von mir auch Boomeritis genannt – eine schlimme Angelegenheit.
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Integrale Politik – Ken Wilbers neues (altes) Projekt
Integrale Politik – Ken Wilbers neues (altes) Projekt
Michael Habecker
Etwas noch nie Dagewesenes ist im Gange. Ein unermessliches Territorium meiner eigenen Seele erwacht nach all den Jahrhunderten aus schlafender Unwissenheit – habe ich seit dem Urknall oder auch schon davor nur vor mich hin gedöst? Ein Territorium, welches Platz für alle hat, beginnend bei mir, dann Dir, dann ihm und weiter zu ihnen allen, alle zu einem „Ich“ werdend, einer Familie des Familiären, alle nach Hause kommend, sich auszuruhend von einer Reise ohne Ziel und einem Weg ohne Entfernung, hin zu einer Unendlichkeit, die sich innerlich immer bemerkbarer macht, die nirgendwo zu finden ist und doch als ein Weckruf in den Herzen und im Geist von Millionen von Menschen zu hören ist.
Ken Wilber, The AQAL Code
Zur Veröffentlichung des ersten Teils eines Auszuges aus einer geplanten Buchtrilogie The Many Faces of Terrorism am 29.11. 2006 schreiben die Herausgeber der kenwilber.com:
"Ken Wilbers lange erwartetes Material über Integrale Politik (Theorie und Praxis) wird hier erstmals zur Verfügung gestellt. Beginnend mit der heutigen Veröffentlichung – und insgesamt drei Veröffentlichungen in den kommenden Wochen – werden die ersten Entwürfe dreier Kapitel der in Arbeit befindlichen Buchreihe The Many Faces of Terrorism vorgestellt. The Many Faces of Terrorism ist ein Sachbuch in Romanform [nonfiction novel] (eine Romantrilogie) und ein Nachfolger des Romans “Boomeritis“. Die Handlung spielt drei Jahre nach Boomeritis und handelt von den weiteren Entdeckungen der Mitarbeiter des Integral Center in Cambridge, Massachusetts. (Dies ist natürlich angelehnt, aber wirklich nur angelehnt an das Integral Institute.) Seit Monaten gibt es Gerüchte, dass das IC „den Code“ entdeckt hat, auch wenn unklar bleibt, was der Code eigentlich ist – die Spekulationen reichen von weiteren DNA Programmen bis zum Geheimnis von absolut Allem.
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Integrale Politik
Integrale Politik
Eine Einführung von Colin Bigelow
(Quelle: Integral Naked)
Bei einer integralen politischen Theorie kann jede Partei, jedes Lager, jede Zugerhörigkeit verstanden werden im Hinblick darauf, welche Aspekte des AQAL Modells – Quadranten, Ebenen, Linien, Zustände, Typen – jeweils hervorgehoben werden. Daraus kann man auch erkennen, wo eine Orientierung ihren Ursprung hat und wie sie in Beziehung zu allen anderen politischen Orientierungen steht. Wie geht das? Schauen wir es uns an:
Betrachten wir zuerst die vier Quadranten, welche einfach nur das Innere und das Äußere des Individuellen und des Kollektiven sind, als Aspekte eines jeden Ereignisses. Nehmen wir die Debatte um Rechte und Pflichten/Verantwortung: Eine Betonung der Souveränität des Individuums (Rechte) führt zu liberalen und freiheitlichen Positionen; eine Betonung der Souveränität des Kollektivs (Verantwortung) führt zu etwas wie Sozialismus. Nehmen wir die Debatte um die Ursachen menschlichen Leidens: Eine Betonung innerer Faktoren führt zu einer eher [amerikanischen] republikanischen Position (wenn ein Mensch leidet, dann wegen einer fehlenden Arbeitsethik und fehlenden Familienwerten usw.). Eine Betonung äußerer Faktoren führt zu einer Position wie sie die Partei der [amerikanischen] Demokraten vertritt (eine Person leidet, weil sie nicht die Chance bekommt, etwas aus sich zu machen, oder weil sie sich in einem unterdrückenden System nicht entfalten kann. usw.).
Textbesprechung eines Aufsatzes von Wilhelm von Humboldt
Textbesprechung eines Aufsatzes von Wilhelm von Humboldt
Politische Grundorientierungen
In seinem Entwurf zu einer integrale Politik leitet Ken Wilber aus den vier Quadranten zwei Hauptorientierungen (oder „Achsen“) politischer Orientierung ab, die Achse innerlich-äußerlich (die linksseitigen gegenüber den rechtsseitigen Quadranten) und die Achse individuell-kollektiv (die oberen gegenüber den unteren Quadranten), mit der wir uns im folgenden Beitrag anhand eines Textes von Wilhelm von Humboldt beschäftigen. Es geht dabei um das seit Menschengedenken bestehende und grundsätzlich nicht aufhebbare Spannungsfeld zwischen individuell und kollektiv, zwischen Individuum und Staat oder Gemeinschaft, zwischen individuellen und kollektiven Rechten und Pflichten. Die derzeitige (Januar 2009) weltweite Finanzkrise hat dieses Spannungsfeld, deren Schwerpunkt oft in einer Pendelbewegung von einem Pol zum anderen schwingt, erneut deutlich gemacht. Nach einem jahrzehntelangen und weltweiten begeisterndem liberalen „laissez faire“ – auf die Verantwortung der teilnehmenden Individuen vertrauende internationale Finanz- und Bankensysteme, mit der entsprechenden Begeisterung für das, was alles möglich ist, und den scheinbar grenzenlosen Gewinnmöglichkeiten durch immer neue Produktinnovationen der Finanzbranche, auch und gerade für den „kleinen Mann“ – ist jetzt Ernüchterung eingetreten. Die Regierungen folgen dem Ruf nach staatlicher Kontrolle, und gehen diesem sogar voran. Was vor ein paar Jahren Politikern noch den Vorwurf eingebracht hätte Kommunisten zu sein, ist jetzt allgemein anerkannte Politik, eine beginnende Kollektivierung und Verstaatlichung des Banken- und Finanzsystems in Deutschland.
Entsprechend den Extremen dieser Achse individuell-kollektiv haben sich im Verlauf der Geschichte zwei Grundorientierungen herausgebildet, die man mit den Begriffen „liberal “ bzw. „sozial“ bezeichnen kann. Eine liberale Orientierung betont dabei die Rechte des Einzelnen, die vor Übergriffen des Staates geschützt werden müssen, eine soziale Orientierung hingegen nimmt die Gemeinschaft in die Pflicht, für den Einzelnen zu sorgen.
In der nun nachfolgenden Textbesprechung eines Aufsatzes von Wilhelm von Humboldt aus dem Jahre 1791, Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen, geht es um die liberale Position und Perspektive, mit der die Freiheit des Individuums vor den Übergriffen staatlichen Wirkens geschützt werden soll. Anhand dieses klassischen Textes zur deutschen Liberalität werden die zuerst abstrakt erscheinenden Unterscheidungen politischer Orientierungen lebendig.
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Ken Wilber Classics - Politik
Ken Wilber Classics - Politik
Austauschbeziehungen/Unterdrückung
(aus: Halbzeit der Evolution, Goldmann 1990, S. 196, 325)
Jedes beliebige Austauschsystem – sei es materielle Arbeit, gefühlsmäßiger Verkehr oder begriffliche Kommunikation – kann eingeschränkt, unterdrückt, verdrängt und entstellt werden, und zwar von der gesellschaftlichen Umwelt, in der dieser Austausch an sich auf ideale und freie Weise stattfinden sollte. (Mit „frei“ meine ich hier „angemessen“ und nicht „exzessiv“.) Am häufigsten wird diese Entstellung von den Individuen angezettelt, die, seien sie einfache Bürger oder mächtige Anführer, eigentlich Hüter eines ungestörten Austauschs und ungestörter Beziehungen sein sollten. Solche Störungen haben die Tendenz, institutionalisiert zu werden, so dass sie sich ohne bewusste Absicht reproduzieren (Kraft der sozialen Trägheit).
Die archetypischen Vorkämpfer für nicht verdrängte Beziehungen in jeder dieser Sphären sind Marx (gemeinschaftliche Arbeit, Uroboros, Ebene 1), Freud (gefühlsbasierter zwischenmenschlicher Verkehr, Typhon, Ebene 2) und Sokrates (verbale Verständigung, Kommunikation in der Gemeinschaft, Ebene 3). Und natürlich würde eine vollständige Gesellschaftstheorie noch solche höheren Sphären und Vorkämpfer hinzufügen wie Selbstachtung (Ebene 4, Locke), psychische Intuition (Ebene 5, Pantanjali), subtiles Einssein (Ebene 6, Kirpal Singh) und Höchste Transzendenz (Ebene 7/8, Buddha, Christus, Krishna)...
Das Nirmanakaya-Zeitalter
(aus: Halbzeit der Evolution, Goldmann, S. 373)
Das Nirmanakaya-Zeitalter wird eine Gesellschaft von Frauen und Männern mit sich bringen, die zu einem ersten flüchtigen Blick in die Transzendenz fähig sind: Sie werden beginnen, ihr gemeinsames Menschsein und ihre Brüderschaft/Schwesternschaft besser zu verstehen; sie werden die ihnen durch die natürlichen körperlichen Unterschiede von Hautfarbe und Geschlecht mitgegebenen Rollen transzendieren; ihre mental-psychische Klarheit wird wachsen; sie werden Entscheidungen sowohl auf der Basis von Intuition wie von Rationalität treffen; sie werden in jeder einzelnen Seele, ja, in der ganzen Schöpfung dasselbe Bewusstsein sehen und dementsprechend handeln; sie werden herausfinden, dass das mental-psychische Bewusstsein die Körperphysiologie beeinflussen und umwandeln kann, und die medizinischen Theorien entsprechend anpassen; Männer und Frauen werden durch höhere Werte motiviert sein, was ihre wirtschaftlichen Bedürfnisse und die Wirtschaftstheorie drastisch verändern wird; sie werden psychisches Wachstum als evolutionäre Transzendenz begreifen und Methoden und Institutionen entwickeln, die nicht nur Gefühlskrankheiten heilen, sondern das Bewusstseinswachstum fördern; Erziehung wird als eine Disziplin zum Erreichen von Transzendenz betrachtet werden – vom Körper zum Geist zur Seele -, weshalb man die Erziehungstheorie und die ihr dienenden Institutionen reformieren wird, mit besonderer Betonung der hierarchischen Entwicklung; man wird in der Technologie ein geeignetes Hilfsmittel zur Transzendenz und nicht nur einen Ersatz dafür sehen; Massenmedien und drahtlose Telekommunikation sowie neuartige Verbindungen zwischen Menschen und Computer werden als Vehikel eines vereinigenden Bewusstseins genutzt werden.



