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23.2.2012 : 1:36 : +0100

Psychologie / Therapie

Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse (Quelle: Wikipedia)

Psychologie ist eine Wissenschaft die sich mit der menschlichen Psyche beschäftigt. Was ist die menschliche Psyche (oder Seele oder das Gemüt, wie die Psyche früher auch bezeichnet wurde?) Wir betreten hier den Bereich von Innerlichkeit und Geisteswissenschaft, die Innenseite von Wirklichkeit, Kosmos und Schöpfung, und ein zentrales Anliegen einer integralen Theorie und Praxis ist es, den Menschen, das heißt uns selbst auch von innen her immer besser zu verstehen. Jegliches Verstehen, so könnte man sagen, beginnt bei uns selbst, unserem Wesen und unserer Natur. Wenn wir uns selbst nicht verstehen, wie wollen wir dann andere verstehen, oder gar die Welt als Ganzes?

(Siehe hierzu auch die Inhalte unter "Bewusstsein", sowie "Schatten")

Übersicht über die Beiträge zu diesem Thema:

Wahrhaftigkeit / Schatten

Wahrhaftigkeit / Schatten

Ken Wilber im Gespräch mit Marc Gafni

(Aus: Integral Naked, Ambiguous Voices: God or Mom?)

[Im Gespräch mit Rabbi Marc Gafni diskutieren Ken und Marc die Problematik der Interpretation spirituell/religiöser Texte. In diesem Zusammenhang erörtert Wilber das Thema der Interpretation der eigenen Innerlichkeit.]  

Zusammenfassung der IN Redaktion:

Die Art und Weise, wie wir die Bedeutung von Worten interpretieren, ist ähnlich der Art und Weise, wie wir unsere Gedanken und Handlungen von Augenblick zu Augenblick interpretieren. Doch wenn es um die Interpretation der eigenen Innerlichkeit geht, wie wahrhaftig bist du dann? Kommen die Stimmen in dir von deinem höchsten Selbst oder deiner neurotischen Mutter?


KW: Wenn man sich der eigenen inneren Stimmen bewusst wird und sie hört – dann stellt sich die Frage: Ist es die Stimme von Gott oder die Stimme einer verdrehten Vaterfigur? Hört man die Stimme einer Göttin, handelt es sich wirklich um den femininen GEIST in einem selbst oder um die Stimme einer neurotischen Mutter, die einem dreijährigen Kind etwas ins Ohr flüstert? Wie kann man diese Stimmen voneinander unterscheiden? Das ist ein Teil der Schwierigkeiten, vor denen wir stehen und mit denen wir permanent zu tun haben. Wann immer man nach innerer Führung, Weisheit und Handlungsanweisungen Ausschau hält, stellt sich die Frage: Kommt das dann vom Höchsten in einem oder vom Niedrigsten? Die Stimmen hören sich manchmal sehr ähnlich an, das ist eine der Schwierigkeiten dabei ... Dazu gehört auch die prä/trans Verwechselung. Das prä-Rationale und das trans-Rationale können sich sehr ähnlich anhören, wenn man erstmals diese Stimmen hört. Sie sind beide nicht-rational,  nicht-konventionell und sehr un-gewöhnlich. Einige davon sind nicht sehr weit entwickelt, andere hingegen schon. Hier kommt die Hermeneutik des eigenen Selbst ins Spiel. Man muss das eigene Selbst gegenüber sich selbst interpretieren und übersetzen. 

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Quantenwirklichkeit und Aufstellungsarbeit

Quantenwirklichkeit und Aufstellungsarbeit

Einleitung der OJ-Redaktion

Seit Ken Wilbers Quantum Questions, erschienen 1985, haben diejenigen, die den Versuch unternehmen, die Gesetze der Quantenwirklichkeiten auf etwas anderes zu übertragen als auf die Quantenwirklichkeiten selbst, einen schweren Stand – vorausgesetzt, sie nehmen Wilbers Argumente zur Kenntnis[1]

Diese Kenntnisnahme ist kürzlich durch die Zeitschrift praxis der systemaufstellung erfolgt, nachdem in dieser Zeitschrift (2/2007), herausgegeben von der Gesellschaft für Systemaufstellungen, ein Artikel zum Thema abgedruckt wurde[2].

Der Artikel wird von der Redaktion der Zeitschrift wie folgt vorgestellt (s. 15):

Die Redaktion hält den folgenden Artikel von Michael Habecker für sehr lesenswert, auch wenn er sich kritisch und ablehnend zu Punkt drei unserer Leitlinien und dem Vorhaben äußert, die repräsentierende Wahrnehmung im Licht der Quantenphysik zu betrachten. Habecker argumentiert unter Berufung auf Ken Wilber klar, verständlich und einleuchtend. Unserer Meinung nach macht aber seine Gedankenführung weder den Versuch überflüssig, in Bezug auf das Verstehen des Aufstellungsphänomens bei der Physik und in ihr bei der Quantenphysik als einer Grundlagenwissenschaft für das Verstehen von Wirklichkeit nachzufragen, noch betrifft sie die entscheidenden Aussagen der Quantenphysik (die allerdings auch unter Physikern sehr unterschiedlich in ihrer Reichweite und Konsequenz gedeutet werden).

 

Nachfolgend der Artikel zum Thema.

Quantenwirklichkeit – Systemische Aufstellungen - Mystik

Michael Habecker

In seinem 1985 erschienenen Buch „Quantum Questions“ hat der amerikanische Autor Ken Wilber das seinerzeit sehr populäre Thema einer Ähnlichkeit oder gar Gleichheit der Aussagen der Quantenphysik mit den Aussagen der spirituellen Traditionen („Das Tao der Physik“) aufgegriffen und dargelegt, dass derartige Gleichsetzungen oder Vergleiche auf eine katastrophale Weise verkehrt sind und sowohl der Quantenphysik als auch der Mystik erheblichen Schaden zufügen.

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James Mark Baldwin (1861 – 1934)

James Mark Baldwin (1861 – 1934)

– eine Entdeckung 

Michael Habecker 

Ken Wilber bezeichnet ihn als den “wahrscheinlich größten Psychologen Amerikas” und widmet ihm in Integrale Psychologie im Kapitel 7 Einige wichtige moderne Pioniere” einen eigenen Abschnitt. Dieser Abschnitt beginnt mit den Sätzen:

“Von diesen vieren [James Mark Baldwin, Jürgen Habermas, Sri Aurobindo und Abraham Maslow] ist James Mark Baldwin der zentralste, und es kann gut sein, dass die Geschichte ihn einmal als Amerikas größten Psychologen sehen wird. Baldwin, ein Zeitgenosse von James und Peirce, schuf eine integrale Psychologie und Philosophie, deren Weite ihres Horizontes und deren Tiefe man erst jetzt erkennt. Er war der erste Entwicklungspsychologe der modernen Geschichte. Er war der erste, der klar eine Entwicklungsstufe definierte. Er wollte introspektive Phänomenologie und wissenschaftliche evolutionäre Wissenschaftstheorie integrieren. Er glaubte, dass die drei großen Formen der Erfahrung die ästhetische, die moralische und die wissenschaftliche sind (die Großen Drei!), und er erkannte detaillierte Entwicklungsstufen in jedem dieser Bereiche (mit anderen Worten, er war einer der ersten, der Entwicklung in allen Quadranten beobachtete) ...” (97)  

In den Telefondialogen zum Buch Integrale Spiritualität erwähnt Wilber Baldwin bei der Entdeckung der Entwicklungsstrukturen der menschlichen Psyche[1]:

"Diese Strukturen können jedoch nur dann gut gesehen werden, wenn man einen Schritt zurücktritt, und Gruppen von Menschen über längere Zeiträume beobachtet, Fragen stellt und schaut, was passiert. Diese evolutionären Studien nahmen ihren Anfang mit den deutschen Idealisten, die damit begannen evolutionäres Bewusstsein zu studieren, und damit meine ich speziell Fichte, Schelling und Hegel. Darwin und Wallace wendeten diese Ideen auf die Biologie an, und der erste große Entwicklungspsychologe war der Amerikaner James Mark Baldwin. Er beschrieb erstmals Bewusstseinstrukturen ...”

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Schattenboxen

Schattenboxen

Nicole Fegley

Unter einer Decke mit deinem so genannten Feind

(Quelle: integralLife.com, Sleeping With Your So-Called Enemy)

Nicole Fegley

Unter einer Decke mit deinem so genannten Feind ist eine Praxisübung, wie man über seine eigenen politischen Ansichten hinausgelangen kann, hin zu den “Anderen”. Die eigenen Perspektiven erweitern sich, werden so umfassend wie möglich, und ermöglichen damit die mitfühlendste Entscheidung des eigenen Lebens.

Wie kann ich mit all den Emotionen umgehen, im Zusammenhang mit der bevorstehenden Wahl? Wie kann ich besser verstehen, warum einige Menschen eine völlig andere Meinung als ich zu wichtigen Fragen haben, die unser Land betreffen? Wie kann ich meine Widersacher besser verstehen und gleichzeitig leidenschaftlich für das eintreten, woran ich glaube?

Egal wie laut du schreist, und egal wie viel Schmerz und Emotionen du erlebst, es wird weiterhin Menschen geben, die eine völlig andere Meinung haben als du, und du wirst sie nicht überzeugen können.

Nehmen wir einen tiefen Atemzug, dies ist eine wirkliche Herausforderung. Es geht um die Schwierigkeiten dabei ... das, was weh tut, deine Erfahrungen von Ohnmacht, Zorn, Abgetrennt-Sein, Angst, Abscheu, Empörung, oder was immer du dabei erlebst. Es ist völlig normal und in Ordnung diese Gefühle zu haben, doch sie müssen dich nicht beherrschen oder lähmen. An diesem Punkt setzt die Praxis an. Wir hoffen, dass du dadurch mehr Freiheit für dich und dein Gefühlsleben erfährst, aber auch mehr Freiheit um dich zu engagieren, um zuzuhören, und letztendlich dabei weißt, dass, was auch immer am Ende auch geschieht, es wird OK sein – jedenfalls relativ OK. 

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Probleme integraler Beziehungen

Probleme integraler Beziehungen

Ken und Treya

(Quelle: IntegralLife.com, The Problems of Integral Relationships)

Vorwort der Integral Life Redaktion 

Ken untersucht einige der Probleme, die in “integralen Beziehungen” auftreten können, in Beziehungen von Menschen, die sich zu integralen Stufen ihrer Identität, ihrer Werte und ihrer Weltsichten entwickelt haben. Zuerst erläutert er allgemeine Pathologien, die sich auf integralen Stufen ereignen können und bei denen Aspekte unseres Wachstums nicht ausreichend im Selbst integriert wurden – eine vorangegangene Entwicklungsstufe, die gegenwärtige Stufe, oder eine höhere Stufe, die sich für uns zu öffnen beginnt, gegenüber der wir jedoch aus unterschiedlichen Gründen Widerstände haben können (die Umarmung des Lichts kann letztendlich ebenso schwierig sein wie die Umarmung des Schattens). Ken wendet sich dann den zwischenmenschlichen Verletzungen zu, welche – wie überraschend! – typisch sind für jede der Entwicklungsstufen: wie beispielsweise die Tendenz dem oder der anderen den Vorwurf zu machen „es nicht zu verstehen“ (oder, in diesem Fall, „nicht integral genug“ zu sein), und die Unfähigkeit zu erkennen, wie unterschiedlich sich maskuline und feminine Dynamiken in Beziehungen ausdrücken können. 

In diesem Clip verwendet Ken die Terminologie von Spiral Dynamics zu Beschreibung der unterschiedlichen Entwicklungsebenen. „Grün“ bezieht sich dabei auf die postmoderne/­pluralistische Entwicklungsstufe, und „Gelb“ bzw. „second tier“ beziehen sich auf die integrale Entwicklungsstufe.

Transkript

Frage: Wenn in integralen Gemeinschaften über unkonventionelle Beziehungen gesprochen wird, dann stellt sich sogleich die Frage, ob diese Beziehungen prä [konventionell] oder post [konventionell] sind. Worüber aber so gut wie gar nicht gesprochen wird, sind ungesunde integrale oder postkonventionelle Beziehungen. Wie sehen Sie das, wie sieht eine ungesunde integrale Beziehung aus? 

KW: [Lacht] Ich würde das gerne demonstrieren! [Lachen] Ich möchte dazu erst allgemein etwas sagen. Ich werde oft gefragt, was gelbe oder second tier Pathologie ist. Das scheint sich erst einmal zu widersprechen, weil second tier ja bedeutet, dass man alles integriert, und wie kann dann etwas pathologisch sein oder werden. Abstrakt gesprochen kann man sagen, dass es mindestens zwei Arten von Pathologien auf jeder Ebene gibt. Die eine ist, dass man auf der Ebene, auf der man sich befindet, die Elemente dieser Ebene nicht ausreichend aufnehmen und integrieren kann, das ist extrem verbreitet. Das kann  auf der gelben, der türkisen Ebene geschehen, oder, in den Begriffen Aurobindos, auf der Ebene des erleuchteten Geistes oder dem Übergeist [overmind]. Die Tatsache, dass man sich auf einer bestimmten Entwicklungsstufe befindet, bedeutet nicht, dass man das, was sich auf dieser Ebene zeigt, auch integrieren kann. 

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Genpo Roshi: Dreiecke

Genpo Roshi: Dreiecke

Dualistisch und Nicht-Dualistisch umfassen und übersteigen

Sonja Student

In dem folgenden Text aus seinem Buch „BIG MIND. Großer Geist – Großes Herz“, Aurum Verlag 2008, beschreibt der Zen-Meister und Erfinder des Big-Mind-Prozesses die Notwendigkeit, Schattenarbeit und spirituelle Praxis miteinander zu verbinden. Dabei hat er die Weisheiten des Buddhismus mit einigen der zentralen Entdeckungen der westlichen Psychologie – insbesondere dem „Voice Dialogue“ und „Teilpersönlichkeiten“ – verbunden. In seiner Einleitung zu dem Buch schreibt Ken Wilber:

„Der von Zen-Meister Dennis Genpo Merzel entwickelte Big-Mind-Prozess ist die wohl wichtigste und schöpferischste Entdeckung innerhalb des Buddhismus der letzten zwei Jahrhunderte.“ 

Der Big-Mind-Prozess ist ein einfacher und effektiver Weg, das Unendliche und die begrenzten Selbste zu integrieren. Den Big-Mind-Prozess kann man auf jeder Stufe der Entwicklung praktizieren und er fördert die Weiterentwicklung.“

Ziel des Prozesses ist es, ein Integrierter Frei-Wirkender Mensch zu sein, der das Absolute und das Relative (Menschsein) verbindet. 

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