Freie Beiträge
IFIS
Das Institut für integrale Studien (IFIS) ist ein unabhängiges, über seine Mitglieder und Beiräte jedoch an zahlreiche Universitäten in Deutschland sowie dem europäischen und außereuropäischen Ausland angebundenes Forschungsinstitut mit dem Ziel, integrale Forschung in Deutschland und Europa zu institutionalisieren, zu fördern und zu vernetzen. Es versteht sich als transnationale, inter- und transdisziplinär arbeitende Denkfabrik auf der Grundlage eines integralen Wissenschaftsverständnisses, das die Einzigartigkeit und Bedeutung einer Vielzahl von Perspektiven anerkennt, diese aufeinander bezieht und nach übergreifenden Strukturen zwischen ihnen sucht.
web: www.ifis-freiburg.de
Dazu siehe u.a. die IFIS-Linksammlung zu integraler
Forschung und Wissenschaft
www.ifis-freiburg.de/node/151
IL - Integrales Leben
- HOME/NEWS.
- Integrales Leben.
- Premium-/Abo-Login.
- Neu auf Integrales Leben.
- Abo IL / OJ.
- Grundlagen des Integralen.
- Aufbauwissen.
- Anwendungen.
- Ken Wilber.
- Meditation.
- Inhaltssuche.
Wissenschaft
Eines der Hauptanliegen einer integralen Theorie und Praxis ist deren Be-Gründung in Wissenschaft. In Büchern wie Die drei Augen der Erkenntnis und durch die Entwicklung eines "Integralen Methodologischen Pluralismus" (IMP) hat Ken Wilber seine Arbeit auf ein wissenschaftstheoretisch nachvollziehbares, und methodisch überprüfbares Fundament gestellt. Dabei geht es um nichts weniger als einen Erklärungsrahmen für alle verfügbaren Erkenntismethodiken der Menschheit.
Selbstverständlich benötigt die Meisterung allein einer Methodologie (z.B. Physik) oft ein ganzes Leben voller Hingabe an sein Fach. Daher kann der Anspruch nicht lauten, alle Disziplinen zu meistern oder gar gemeistert zu haben. Der Beitrag der integralen Meta-Theorie und Meta-Praxis liegt vielmehr im Dazwischen - in der Vermittlung zwischen den Disziplinen deren Methodologien und Paradigmen (Stichwort: Inter- und Trans-Disziplinarität). Die dahinterliegende Vision ist die systematische "Inszenierung" eines gänzlich neuen (integralen) Feldes von Daten durch ein integral informiertes Paradigma, das eine Vielfalt von Perspektiven auf ein Thema integrierend zusammenführt und korreliert, so dass neue Zusammenhänge sichtbar werden, die zuvor unsichtbar waren.
Die akademische Diskussion der integralen Theorie hat gerade erst begonnen, und ist ein faszinierendes wissenschaftliches Abenteuer unserer Zeit. Seit 2008 gibt es an der JFK University in Pleasant Hill, CA zweijährlich die Integral Theory Conferences. (ITC Bericht 2010)
Wir sehen die Arbeit des Integralen Forums in erster Linie darin, die Vorstellungen Ken Wilbers und anderer darauf aufbauender Autoren einer breiteren deutschsprachigen Öffentlichkeit zugänglich zu machen - als eine Voraussetzung für eine (auch kritische) Diskussion. Darüber hinaus beteiligen wir uns selbst an dieser Diskussion.
Die Beiträge in dieser Sektion dienen als Beispiele dafür, wie ein - sich gerade erst bildendes - integrales Wissenschaftsverständnis aussieht und welche Resultate es hervorbringt. Falls Sie selber mit den integralen Modell wissenschaftlich arbeiten, möchten wir Sie einladen, uns Ihre Arbeite und Beiträge zur Veröffentlichung zu schicken.
Übersicht über die Beiträge zu diesem Thema:
Meditations(-er)forschung – Warum Meditation doch mehr ist, als „Rumsitzen und Nichts-Tun“
Meditations(-er)forschung – Warum Meditation doch mehr ist, als „Rumsitzen und Nichts-Tun“
von Stefanie Tangeten-Wittrock, Dipl.Biologin
„Meditation ist weit mehr als eine Entspannungstechnik. Neuroforscher stellen fest, dass regelmäßige Geistesübungen unsere grauen Zellen verändern – und damit auch, wie wir denken und fühlen.“ – Ulrich Kraft
Stellen Sie sich vor, dass Sie jahrelang meditieren und dann stellt ihr Arzt fest, dass sich ihre Immunabwehr mit der Zeit drastisch verbessert hat. Oder, dass bei ihnen die Bereiche im Gehirn, die mit bewusster Aufmerksamkeits- oder Emotionsregulation zu tun haben, aktiver sind, als bei nicht-meditierenden Menschen. Was für Sie möglicherweise gar nicht so überraschend ist, da auch Ihre nahe stehenden Freunde ihnen bereits des Öfteren gesagt haben, dass Sie gelassener, aufmerksamer und fröhlicher geworden sind. Sie stellen vielleicht auch fest, dass Sie ihr Leben und ihre Umgebung intensiver wahrnehmen und sich viel lebendiger fühlen, insbesondere wenn Sie z. B. aus einem mehrtägigen Meditationsretreat kommen. Möglicherweise haben Sie auch das Gefühl, dass ihnen Schwierigkeiten im Leben nicht mehr soviel anhaben können, wie vielleicht noch vor ein paar Jahren. Vielleicht sind ihre Reaktionen auf bestimmte Einflüsse auch intensiver, Sie lachen z. B. mehr, wenn Sie eine lustige Situation erleben oder fühlen sich stärker betroffen, wenn ein Unglück geschieht. Gleichzeitig stellen Sie aber fest, dass Sie viel kürzere Zeit mit dieser Sache beschäftigt sind und recht schnell wieder zu einem inneren Gleichgewicht finden.
Wissenschaftler stellen fest, was Meditierende schon seit Jahrtausenden wissen: Meditation hat nicht nur Einfluss auf das Gehirn, sondern nachhaltige Effekte auf die gesamte Struktur, das Handeln und das Sein eines Menschen.
Quellen: IP 4, 2006
Studie: Neuronale Korrelate von Wertpräferenzen
Studie: Neuronale Korrelate von Wertpräferenzen

- Dr. Marc Lucas
Im integralen Umfeld ist die Spiral-Dynamics (SD)-Theorie zur schrittweisen Entfaltung von Wertesystemen als eigene Linie der Entwicklung (neben anderen) relativ bekannt. In diesem Konzept werden individuell orientierte von kollektiv orientierten Werten unterschieden (warme vs. kühle Farben nach SD). Clare Graves, auf dessen ursprünglicher Forschung SD basiert, hat bereits früh vermutet, dass es äußerliche, sprich neuronale Entsprechungen für diese inneren Wertesysteme geben muss – in der Sprache von Wilbers Quadrantenmodell: Entsprechungen im oberen rechten Quadranten für die Strukturen, die man oben links feststellen kann.
Jetzt bestätigen Dr. Marc Lucas und seine Forschungskollegen einer interdisziplinären Verbundforschung mehrerer Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland diese Annahmen. In einem kürzlich veröffentlichten Artikel fassen sie ihre Ergebnisse zusammen und zeigen, dass individualistischen bzw. kollektivistischen Wertpräferenzen unabhängig von aktuellen oder konkreten Konflikten je unverwechselbare Muster von Gehirnaktivitäten in präfrontalen und cingulären Regionen des Gehirns zugeordnet werden können.
In einem Versuchsaufbau mit Unterstützung durch bildgebende Verfahren (fMRI) präsentierten sie Probanden abstrakte wertbezogene Wortpaare zur Auswahl und konnten feststellen, dass das Gehirn solche Entscheidungen abhängig von der Präferenz dominanter moralischer Wertesysteme in der Person behandelt. Personen mit einem vorherrschenden kollektivistischen (altruistischen) Wertesystem wandten eine Strategie des „Ausbalancierens und Abwägens“ mit entsprechenden Aktivierungsmustern des midcingulären und frontalen Cortex an. Im Gegensatz dazu wendeten Personen mit vorwiegend individualistischer (egozentrischer) Wertpräferenz eine Strategie an, die man eher mit „Kampf und Flucht“ bezeichnen könnte, was von einer vermehrten Aktivität der linken Amygdala begleitet war.
Weitere bisher noch unveröffentlichte Forschungen der Gruppe, die von Dr. Marc Lucas in integraler Hinsicht begleitet wird, betreffen die Identifizierung einer spezifischen neuronalen „Second-Tier-Aktivierung“ bei Führungskräften, Untersuchungen zum Vergleich verschiedener Entwicklungslinien sowie deren Zusammenhang mit Persönlichkeitstypologien.
Link zum Artikel: tinyurl.com/werte-neurostudie
Quantenwirklichkeit und Mystik
Quantenwirklichkeit und Mystik

Ken Wilber
(aus: www.kenwilber.com, Ken Wilber and Corey deVos: Does Physics prove God)
Frage: Sind die Quantenebenen dasjenige, wo sich die manifesten und unmanifesten Wirklichkeiten treffen?
KW: Kategorisch: Nein. Ich kenne nichts, was sich in den letzten dreißig Jahren abgespielt hat, wo die Verwirrung noch größer wäre als in dem, was aus Quantenphysik gemacht wird. Es ist ein Alptraum. Lass mich versuchen hier etwas Klarheit hineinzubringen. Es ist derart verworren, weil sehr viele Leute von falschen Voraussetzungen ausgehen, und das alles dann noch durcheinander bringen. Ich habe mich mit dem Thema übrigens in meiner akademischen Arbeit beschäftigt, mit Biophysik, Quantenphysik und Biochemie, und kenne mich hier gewissermaßen auch beruflich aus. Ich kann „garantieren“, dass die Schroedingersche Wellenfunktion absolut nichts mit spirituellen Wirklichkeiten zu tun hat, abgesehen davon dass alles eine Manifestation des GEISTES ist.
Beginnen wir damit, wo die Verwirrung herkommt, und warum Menschen glauben, dass die Quantenebene etwas mit dem unmanifesten Geist zu tun hat. Und mit Menschen meine ich nicht den durchschnittlichen Menschen – wir finden diese falschen Vorstellungen auch bei Menschen wie Deepak Chopra und Fritjof Capra, die alle mit den besten Absichten die moderne Quantenphysik als eine Art von Beweis für Mystik darstellen – aber das funktioniert einfach nicht.
Physik und Mystizismus
Physik und Mystizismus
Ken Wilber
(aus: The Collected Works of Ken Wilber, Volume Three, Shambhala 1999.)
Wenn die Physiker von diesen subatomaren Partikeln und Feldern sprechen, dann sagen sie: ‚Sie alle durchdringen einander und existieren zusammenhängend’. Jemand, der hier nur oberflächlich hinschaut, sieht, dass die Mystiker und die Physiker genau dieselben Worte verwenden, wenn sie über ihre Wirklichkeiten sprechen, und schlussfolgert daher, dass es sich um dieselben Wirklichkeiten handeln muss - aber dem ist nicht so.
Die Physiker sagen uns mit ihrer eindimensionalen Durchdringung, dass alle Arten von subatomaren Ereignissen wechselseitig miteinander verbunden sind – was für sich genommen eine bedeutende Entdeckung ist. Sie sagen uns aber nichts – und sie können uns das auch nicht sagen – über die Interaktion von nichtlebendiger Materie mit der biologischen Ebene und deren Interaktion mit dem mentalen Feld. Welche Beziehung besteht zwischen – sagen wir – dem ionischen Plasma und den egoischen Zielen und Antrieben? Und was ist die Interaktion des mentalen Feldes mit dem Subtilen, und die des Subtilen mit dem Kausalen, und die umgekehrten Interaktionen und gegenseitigen Durchdringungen bis ganz hinunter zu den untersten Ebenen? Was kann uns die neue Physik darüber sagen?
weiterlesen
Integrale Konfliktbearbeitung
Integrale Konfliktbearbeitung
Skizze einer integrierten Konfliktbearbeitung –
Grenzen und Möglichkeiten des Integralen Ansatzes bei der Integrierung von Gemeinsamkeiten und Ergänzungspunkten unterschiedlicher Methoden dialogischer Konfliktbearbeitung
Abstract der Dissertation von Karim Fathi, Viadrina Europa-Universität Frankfurt (Oder)
Problemdarstellung
Im Zeitalter der Globalisierung wird die Konfliktbewältigung eine immer wichtigere Kompetenz, sowohl im Alltag als auch in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kultur. Die letzten Jahre brachten eine große Vielfalt von Methoden und Ansätzen mit sich. Zugleich wächst auch die Unübersichtlichkeit, daher bedarf es nicht nur immer neuerer spezialisierterer Methoden, sondern Metaansätze, die diese anwachsenden Wissensmengen integrieren und für eine ganzheitliche Konfliktbearbeitung nutzbar machen. Gleichzeitig greift die vorliegende Untersuchung die immer breiter in der Friedens- und Konfliktforschung vertretene Annahme auf, dass integrierte Herangehensweisen, die Konflikten in ihrer gesamten Komplexität und Tiefe Rechnung tragen, für nachhaltige Lösungen unabdingbar sind.
Integrale Nachhaltige Entwicklung
Integrale Nachhaltige Entwicklung

Der Beitrag der Integralen Theorie Ken Wilbers zu einer ganzheitlichen Sichtweise Nachhaltiger Entwicklung
von Niko Schäpke
Das Leitbild Nachhaltige Entwicklung kann als politische Antwort auf globale Probleme wie Artensterben oder Klimawandel verstanden werden. Es betrachtet diese Herausforderungen integrativ und schlägt gemeinsame Lösungen vor. Was unter Nachhaltigkeit konkret zu verstehen ist, bleibt jedoch umstritten. Eine genauere Zielbestimmung umfasst sowohl ökologische wie auch ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte und erfordert eine ganzheitliche Betrachtung. Dabei lässt sich Nachhaltigkeit nicht objektiv-analytisch definieren, sondern muss normativ bewertet werden. Unterschiedliche Werte und Weltbilder bedingen pluralistische Nachhaltigkeitsverständnisse. Niko Schäpke analysiert in seiner Diplomarbeit, wie drei aktuelle Nachhaltigkeitstheorien die Herausforderung von Integration, Ganzheitlichkeit und Wertepluralismus lösen. Dabei nutzt er die Integrale Theorie Ken Wilbers als Metatheorie ganzheitlichen Erkennens, um Stärken wie blinde Flecken der Ansätze deutlich zu machen. Im Ausblick werden Ansatzpunkte einer integralen Nachhaltigkeitskonzeption aufgezeigt. Die Arbeit ist relevant für alle, die sich für eine Anwendung der Integralen Theorie und einen umfassenden Nachhaltigkeitsansatz interessieren.
Niko Schäpke studierte Diplom Umweltwissenschaften und Diplom Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg. Gegenwärtig arbeitet er am Helmholtz Zentrum für Umweltforschung im Bereich partizipativer Umweltpolitik und Transition Management. Daneben promoviert er zu Integraler Nachhaltiger Entwicklung an der Leuphana. Über Anmerkungen, Kommentare oder Verbesserungsvorschläge freut er sich sehr: niko_schaepke(at)web.de
Download der Diplomarbeit als PDF
Integration buddhistischer Praxis in den Arbeitsalltag
Integration buddhistischer Praxis in den Arbeitsalltag
Wie integrieren Berufstätige buddhistische Praxis in den Arbeitsalltag?
Eine explorative Interviewstudie mit Personen in Führungsverantwortung und ohne Führungsverantwortung.
Diplomarbeit von Joachim Wetzky & Danica Wetzky, Freie Universität Berlin
Problemdarstellung und Untersuchungsziele
Der Wandel der sich momentan in der Arbeitswelt vollzieht ist gewaltig und vielschichtig. Schlagwörter wie Massenarbeitslosigkeit, demographischer Wandel, Mini-Jobs, Manager-Boni und Hartz IV verdeutlichen die Brisanz des Themas. Immer mehr Menschen fällt es zunehmend schwerer, in dieser veränderten Arbeitswelt zurechtzukommen. Und auch viele Führungskräfte, die vermehrt nur noch in Zusammenhang mit Personalabbau und Restrukturierungsmaßnahmen erwähnt werden, erleben eine neue Unsicherheit.
Das Potsdamer Manifest, eine von Hans-Peter Dürr, J. Daniel Dahm und Rudolf zur Lippe verfassten Denkschrift, die ein neues Denken fordert, um mit den Krisen der heutigen Zeit fertig zu werden, beschreibt unserer Auffassung nach sehr gelungen, an welchem Punkt wir als Gesellschaft gerade stehen:
„Diese vielfältigen Krisen, mit denen wir heute konfrontiert sind und die uns zu überfordern drohen, sind Ausdruck einer geistigen Krise im Verhältnis von uns Menschen zu unserer lebendigen Welt. Sie sind Symptome tiefer liegenden Ursachen, die wir bisher versäumten zu hinterfragen und aufzudecken. Sie hängen eng mit unserem weltweit favorisierten materialistisch-mechanistischen Weltbild und seiner Vorgeschichte zusammen.“
Mit dieser Diplomarbeit wollen wir dazu beitragen herauszufinden, welche Möglichkeiten bestehen, diese vielfältigen Krisen, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden, zu überwinden. Aus diesem Grund widmen wir uns in dieser Diplomarbeit der Fragestellung wie Berufstätige mit und ohne Führungsverantwortung buddhistische Praxis in den Arbeitsalltag integrieren. Als Basis dient uns dabei der integrale Bezugsrahmen, der uns dabei helfen soll, buddhistische Inhalte in unsere Gesellschaft zu integriere
Thesen zu den Möglichkeiten einer akademischen und integralen Forschung
Thesen zu den Möglichkeiten einer akademischen und integralen Forschung
von Dr. Marc Lucas
Abstract: Der Beitrag will eine systematische Übersicht über die konkreten Ausformungen und Möglichkeiten einer entstehenden integralen Forschung bieten. Zunächst wird der integrale Ansatz nach seiner Herkunft und seinem Geltungsanspruch beschrieben und dann für eine akademische Forschung zugänglich und praktikabel gemacht. Mit den 3 Domänen der integralen Forschung werden aktuelle Forschungsbemühungen systematisch dargestellt und ein einfaches Ordnungsmuster für weitere Forschung entworfen. Dabei werden ungelöste Forschungsfragen des Integralen aus Sicht einer akademischen Forschung aufgeworfen. Es wird bewusst nicht der Versuch unternommen einen weiteren Beitrag zu integraler (Meta-)Theorie zu leisten, sondern sich dem bislang wenig bearbeiteten Thema „Forschung“ praktisch gewidmet. Die Perspektive und Zielsetzung ist insbesondere durch den Versuch geprägt integrale Forschung „wissenschaftsfähig“ zu machen. Der Autor ist sich dessen bewusst, dass dabei für integrale Theoretiker durchaus neue Denkpfade beschritten werden und freut sich auf einen angeregten und inspirierenden Austausch.
Der integrale Ansatz weist eine für die Wissenschaften vergleichsweise relativ kurze Tradition auf. Auch hat sich noch keine einheitliche Definition des Begriffes "integral" herausgebildet. Aus diesem Grunde scheinen einige Anmerkungen zu Perspektiven einer akademischen integralen Forschung angebracht. Der integrale Ansatz wurde namentlich erstmals in den wissenschaftlichen Diskurs durch den Kulturphilosophen Jean Gebser eingeführt. Ken Wilber aber auch Erwin Laszlo, Maik Hosang, Don Beck oder Michael Murphy haben den Begriff des Integralen früh verwendet und in unterschiedlicher Weise weiterentwickelt. In jüngster Zeit gibt es einige akademische Brutstätten für integrales Denken und Forschen, so die JFK University in den USA und die FernUniversität in Hagen mit ihrem Masterkurs „Integrale Führung“. Zudem befassen sich einige Journale (AQAL, Integral Leadership Review) mit integralen Ansätzen und es sind bislang verstreute Forschungsaktivitäten verschiedener Fachdisziplinen und vereinzelte Diplomarbeiten zumeist auf Betreiben der Diplomanden selbst anhängig oder abgeschlossen.
Weiterlesen...
Integral Research
Integral Research
von Michael Habecker
Integrale Forschung (oder Integral Research) ist von Anbeginn an ein wesentliches Anliegen von Ken Wilber und anderen, die sich mit dem integralen Ansatz beschäftigen. Ohne eine Rückbindung an das, was Ken Wilber mit „weiter Wissenschaft“ [broad science] bezeichnet, als eine Wissenschaft die nicht auf eine naturwissenschaftliche Perspektive reduziert ist, sondern alle Erkenntnisweisen der Menschheit umfasst, bleibt die integrale Theorie und Praxis „bloße Metaphysik“, und ist damit auch uninteressant für weite Teile des nicht nur akademischen Mainstreams.
Was könnten Untersuchungsbereiche einer integralen Forschung sein?
Das für Wilber Interessierte Naheliegendste und auch Bekannteste ist die Anwendung der integralen Theorie in Form von AQAL (alle Quadraten, alle Entwicklungsebenen, alle Entwicklungslinien, alle Zustände und alle Typen) auf ein Interessen- oder Fachgebiet. Dies führte und führt zu einer Fülle von Veröffentlichungen unterschiedlichster Bereiche wie integrale Medizin, integrale Ökologie, integrale Politik, integrale Spiritualität und vielem mehr. Menschen, die Experten oder interessierte Laien eines oder mehrerer Fachgebiete sind, bedienen sich des integralen Ansatzes und wenden ihn auf ihr Gebiet an, um zu sehen, was dabei herauskommt.
Weiterlesen...
Akademische Texte zum Download
Sean Esbjörn-Hargens: Eine Übersicht Integraler Theorie
Alistair Langer: Die Auswirkungen von Langzeitmeditation auf das Sozialverhalten
Niko Schäpke: Integrale Nachhaltige Entwicklung (Diplomarbeit)
Dennis Wittrock: Die Verwandtschaft ästhetischer und mystischer Erfahrung
Dennis Wittrock: Integraler Pluralismus
Dennis Wittrock: Gadamer + Kegan + Wilber V
Dennis Wittrock: Transdisziplinariät und IMP (Magisterarbeit)
Danica und Joachim Wetzky: Wie integrieren Berufstätige buddhistische Praxis in den Arbeitsalltag? (Diplomarbeit)




